Lebenslange Leidenschaft: Krippenbau als Verkündigung des Evangeliums Karl-Heinz Exner zum 70jährigen Krippenbauerjubiläum

Am 22. November 2019 feierte der Bischberger Karl-Heinz Exner sein 70jähriges Jubiläum als Krippenbauer. Festgottesdienst mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) und Festkommers in der Pfarrkirche Bischberg sowie Eröffnung mit Segnung der Ausstellung „‘Krippe – Gott ist Mensch geworden‘“ im Untern Schloss Bischberg bildeten den feierlichen, würdigen Rahmen des Jubiläumsfestes. Zum Jubiläum erschien auch die Publikation: Krippe. Gott ist Mensch geworden. Karl-Heinz Exner 70 Jahre Krippenbauer. Festschrift. Bischberg 2019

Zur Biografie

Karl-Heinz Exner ist am 1. März 1942 in Hermsdorf, Krs. Waldenburg/Niederschlesien geboren. Bald wurde er Oberfranke, wohnhaft in Bischberg (Lkr. Bamberg). Der gelernte Elektriker war bis zu seinem Ruhestand von Beruf Elektromeister, Elektrotechniker und schließlich Computertechniker bei der EVO AG Bamberg (heute E.ON Bayern)
Seit 1997 ist Karl-Heinz Exner Mitglied der Landesgemeinschaft der Krippenfreunde in Rheinland und Westfalen, der im Alter von sieben Jahren seine erste Krippe baute.

Der Krippenbauer − so begann alles …

An seine erste „Zusammenkunft mit einer Krippe“ erinnert sich Karl-Heinz Exner noch bis ins Detail. In der Weihnachtszeit 1949 zeigte eine Nachbarin ihre Krippe, wenige Wochen später schenkte sie ihm eine Schachtel. Der Inhalt: Figuren von Maria, Josef, dem Kind und dem Engel. „Da war es dann passiert“, sagt Karl-Heinz Exner. Die erste Unterkunft für die Krippenfiguren bekam er 1950 ebenfalls von einem Nachbarn geschenkt. „Es war ein Stall, der ursprünglich aus Haselnuss-Stecken mit einem strohgedeckten Dach bestand, der aber total zusammengebrochen war. Die Nachbarn wollten ihn eigentlich wegwerfen.“ Gemeinsam mit seinem Vater baute er den Stall neu auf. Es war seine erste eigene Krippe. Und er begann mit dem Sammeln von weiteren Figuren …

Krippenbaudemonstrationen/-kurse

Getreu dem Motto: „In jedes christliche Heim gehört eine Krippe!“ widmet er sich, der auch 1990 das Meisterdiplom „Krippenbaumeister“ an der Krippenbauschule Innsbruck erworben hat, leidenschaftlich dem Krippenbau.
In den letzten 15 Jahren wirkte Exner beim Bau verschiedener Ortskrippen mit, u. a. Ortskrippen in Bischberg, Knetzgau, Scheßlitz oder Strullendorf. Ferner auch beim Bau von Kirchenkrippen, zum Beispiel Jahreskrippe in der Pfarrkirche Bischberg mit ca. 200 verschiedenen Darstellungen.
Karl-Heinz Exner führte im Laufe der vergangenen Jahrzehnte unter dem Motto „so wird’s gemacht“ Krippenbaudemonstrationen durch, u.a. in der Krippana in Büllingen (Belgien), auf dem Weihnachtsmarkt in Hof, in der Münsterlandhalle in Münster, in der Bayerischen Vertretung in Berlin, im Historischen Museum Bamberg, im Freilandmuseum Fladungen, im Museum im Alten Schloss in Altensteig/Schwarzwald und im Pfalzmuseum Forchheim.
Ein besonderes Anliegen ist ihm das Krippenbauen mit Kindern aus Kindergärten und schulischen Einrichtungen. Seine Zielsetzungen sind: „den ‚Nachwuchs‘ an die Krippe heranzuführen; die Krippe − über die Kinder − wieder in unsere Familien zu bringen; den Krippengedanken weiter zu geben und mit den Krippen meinen Teil zur Verkündigung des Evangeliums beizutragen“.

Passionskrippen

„Bei der Passion ist der Krippenbauer mehr gefordert“, so Karl-Heinz Exner. „Man muss sich mit vielen verschiedenen Szenen und Figuren beschäftigen und sich überlegen, wie bringe ich zum Beispiel Leben ins Letzte Abendmahl […] Es ist intensives Erleben.“ So mag es auch den Besuchern der Ausstellung von Passionskrippen gehen. Die Krippen sind voller Dramatik, zeugen aber auch vom Einfallsreichtum der Künstler.

Ausstellungen

Von seiner Krippenbeseeltheit zeugen viele Ausstellungen, die er initiiert und/oder betreut hat. Um nur einige hervorzuheben: „Krippen aus aller Welt“ im Eingangsbereich des Landratsamtes in Bamberg; in der Maternkapelle Bamberg und im Historischen Museum Bamberg; in der Egidienkirche Nürnberg; in den Räumen der EVO AG in Bamberg; auf der Krippana (verbunden mit jeweils einer Woche Krippenbaudemonstration gemeinsam mit anderen namhaften internationalen Künstlern); „Krippen aus aller Welt“ in der Sparkasse Ostunterfranken in Haßfurt; Zyklus von der „Weissagung des Propheten bis zur Hochzeit zu Kana“ im Möbelhaus Neubert in Hirschaid; in Aufseß anlässlich der 900-Jahr-Feier der Gemeinde; Krippenausstellung „Krippe Begegnung mit Gott“ anlässlich des 60-jährigen Krippenbauerjubiläum im Unteren Schloss in Bischberg; im Herzogschloss in Straubing; im Kloster Banz, Staffelstein; in Brasschaat (Belgien); in der Krypta der Wiener Peterkirche; 2006 erstmals Passionskrippenausstellung in der Marienkapelle im Pfalzmuseum in Forchheim.
Aufstellung fränkischer Krippen im Deutschen Bundestag in Bonn; einer fränkischen Krippe auf der Bamberger Altenburg; mehrerer Krippen im Bayerischen Landtag in München; von drei Krippen in der bayerischen Vertretung in Berlin anlässlich „Oberfranken stellt sich in Berlin vor“.

Ehrungen

Karl-Heinz Exner erhielt zahlreiche nationale und internationale Ehrungen für sein Krippenschaffen:
Internationale Auszeichnungen bei Krippenbauwettbewerben auf der Krippana in Büllingen/Belgien; Verleihung der Bürgermedaille des OKR Bischberg;
Überreichung der „Ehrenurkunde des Erzbistum Bamberg“ durch den Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick; Preisträger des Deutschen Bürgerpreises 2015 für Stadt und Landkreis Bamberg in der Kategorie „Lebenswerk“.
2010: Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern; 2017: Ehrung für hervorragendes ehrenamtliches Engagement im Bereich des Krippenbaues durch den Landkreis Bamberg.
2004 Verleihung des UN-FOE-PRAE Diplom des Weltkrippenverbandes in Königgrätz/Tschechien.

Mitglied der Landesgemeinschaft

Karl-Heinz Exner ist seit über 20 Jahren Mitglied der Landesgemeinschaft (LG) der Krippenfreunde in Rheinland und Westfalen e.V. Das Verständnis der christlichen Weihnacht in ihrer bildhaften Verkündigung zu fördern und die Frohe Botschaft als Geschenk Gottes den Menschen nahe zu bringen – diese Anliegen der Landesgemeinschaft erfüllt der Jubilar mit wahrer Krippen-Leidenschaft auf vorbildlich-nachahmenswürdige Weise. Ein herzliches Vergelt‘s Gott!

Das Schlusswort überlassen wir Papst Johannes Paul II., der bei einer Privataudienz im Jahr 1991 sagte: „Sie haben die Gabe, mit Ihrer Hände Arbeit Freude zu bereiten, darum nützen Sie diese.“ Ad multos annos!

Autor: Dr. Alois Döring